Quelle: eKapija | Mittwoch, 26.06.2019.| 12:38
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Rund eine Million Quadratmeter Industrie- und Logistikflächen errichtet in Serbien seit 2000 - Greenfield-Investitionen lohnen sich am meisten

Teilnehmer der Podiumdiskussion "Entwicklung von Logistik und Industrie"

Serbien ist Land mit einem großen Potenzial für die Entwicklung von Logistik und Industrie, einigten sich Teilnehmer einer Podiumdiskussion, die am Mittwoch, 19. Juni im Rahmen der REBEC-Konferenz 2019 stattfand. Die Diskussion wurde von Aleksandar Simoning aus dem Unternehmen Ekovis SEE moderiert, während seine Gesprächspartner Vlatko Djuricek aus CTP Invest, Jelena Drazic von Siemens Srbija, Nikola Djogatovic von Colliers International und Darko Djoric von Mind grupa waren.

Immer mehr ausländische Investoren kommen auf den serbischen Markt, und eine der Herausforderungen, die alle Unternehmen haben, ist die Suche nach Arbeitskräften.

- Als Siemens nach Serbien kam, hatten wir das Problem, nicht nur qualifizierte, sondern auch irgendwelche Arbeitskräfte zu finden. Deshalb haben wir uns bemüht, den Menschen zu erklären, warum es gut ist, für ein großes, internationales Unternehmen zu arbeiten. Es war auch sehr schwer, entsprechende Zulieferer zu finden. Jetzt organisieren wir die Ausbildung für junge Leute, und es gibt immer freie Stellen un unserem Werk. Wir sehen unsere Mitarbeiter als Teil der Familie, als Teil eines großartigen erfolgreichen Systems, und dies ist unsere Leitidee - sagte Jelena Drazic aus dem Unternehmen Siemens.

Das Unternehmen CTP Invest baut Logistik- und Industrieanlagen an einigen Standorten in Serbien, und neben den Bauleistungen bietet es seinen Kunden die Beratung in allen Segmenten.

- Für jeden unserer Kunden führen wir zunächst eine Marktanalyse durch. In Interviews mit Kunden ermitteln wir, was benötigt wird, und wählen basierend darauf den Standort, an dem wir die Anlage errichten werden. Zum Beispiel, wenn das Unternehmen in der "High-End" -Produktion tätig ist und Ingenieure benötigt, ist Novi Sad ein idealer Standort dafür. Gleiches gilt für Kragujevac. Der Standort für den Bau einer Anlage muss mit Bedacht gewählt werden. Sie müssen über alle Aspekte und über zukünftige Arbeitnehmer nachdenken - unterstreicht Vlatko Djuricek, Vertreter von CTP Invest.

Nikola Djogatovic, Vertreter des Immobiienberatungsunternehmens Colliers International, sagt, dass mehrere Faktoren bei der Auswahl eines Standortes für einen Investor wichtig seien.

- Der Preis, die bestehende Infrastruktur und verfügbare Arbeitskräfte. Dies sind Dinge, die jeder Investor bei der Gründung eines Unternehmens in einem Land berücksichtigen muss. Dank des Internets hat heute jeder eine enorme Menge an Informationen zur Verfügung, aber es ist wichtig, über diese echten, offiziellen Daten zu verfügen, um endlich die richtige Entscheidung zu treffen - so Djogatovic.

Als eines der Probleme in Serbien sieht er einen stetigen Anstieg der Baukosten.

- Wir hatten Situationen mit Kunden, die beim Bauen eines Objekts Berechnungen anstellten. Der nächste Schritt ist die Erlangung von Baugenehmigungen und anderen Genehmigungen. Wenn man schließlich mit dem Bau beginnen kann, erfährt er, dass in einem Jahr die Kosten um etwa 35% gestiegen sind. Dies ist etwas, das wir jeden Moment berücksichtigen müssen - sagte Nikola Djogatovic.

Ihm stimmt Vlatko Djuriceg aus CTP Invest zu.

- Der Preis für das Land, das Sie kaufen, sollte ebenfalls sorgfältig ausgewählt werden. Es stimmt, dass die Baukosten steigen und sich dieser Trend fortsetzen wird. Es gibt jedoch noch Raum für gute Angebote, niedrigere Preise und ein höheres Bauniveau.



Illustration (FotoPetinov Sergey Mihilovich/shutterstock.com)

Serbien ist ein Land, das in der Vergangenheit eine sehr entwickelte Industrie hatte. Investoren aus dem Ausland erinnern sich daran und kommen hier nicht zufällig.

- Der ganze Immobilienmarkt in Serbien, einschließlich dieses Industriezweigs, wächst ständig und hat das Potenzial, sich weiter zu entwickeln. Obwohl wir nicht über die genauen Daten zum Bau von Produktions- und Logistikanlagen verfügen, können wir kaum sagen, dass seit dem Jahr 2000 etwa eine Million Quadratmeter solcher Anlagen gebaut wurden. Es ist wichtig zu betonen, dass es noch Raum für Wachstum gibt. Wenn wir längere Strecken betrachten, wird jede kleinere Stadt in Zukunft mindestens eine Produktionsstätte haben. Dies ist sehr wichtig, da dies zu Beschäftigung, aber auch zu Lohnwachstum führen wird - unterstrich Djuricek.

Darko Djoric aus der Mind Grupa wies auf die Probleme der Finanzierung hin, aber auch auf die Suche nach Arbeitskräften.


- Anfangs war es sehr schwierig für uns, die Idee des Mind-Parks als ein Kompetenzzentrum für die Bahnindustrie zu erklären. Zuerst wurden wir aus eigenen Quellen finanziert, dann gab es Verträge mit Banken. Es ist erwähnenswert, dass wir sehr gut mit der Universität Kragujevac zusammenarbeiten, ein Schulungszentrum für Mitarbeiter eingerichtet haben und neben Ingenieuren auch Techniker ausgebildet haben, die bereit sind, an CNC gesteuerten Maschinen zu arbeiten - sagte Darko Djoric und unterstrich die Bedeutung der Ankunft eines Riesen wie Siemens.

Jelena Drazic aus Siemens stimmte auch zu, dass der Immobiliensektor in Serbien wächst.

- Unternehmen, die nach Serbien kommen, Sie sind sich immer mehr der Möglichkeiten und Ressourcen bewusst, die unser Land bietet. Es git immer mehr Investoren, sowohl diejenigen, die Objekte von Grund auf neu bauen, als auch diejenigen, die Brownfield-Investitionen anstreben oder in den nächsten 5 bis 10 Jahren in Serbien bleiben möchten. Und der Staat muss die Bedeutung dieses Marktes erkennen, weil Serbien auf diese Weise als ein für Investitionen vielversprechendes Land anerkannt sein wird - betonte Jelena Drazic.

Die vorhandene Infrastruktur ist auch für die Ankunft von Investoren wichtig, waren sich die Teilnehmer der Podiumdiskussion einig. Bei der Wahl eines Standortes für den Bau einer Produktionsstätte oder eines Logistikzentrums sollte auch die Entfernung der Autobahn berücksichtigt werden. Es zieht sicherlich Investoren an. Wie bereits erwähnt, ist es auch wichtig, Waren zu transportieren, aber auch die Lieferfristen einzuhalten.


- In Serbien wird derzeit die Eisenbahninfrastruktur modernisiert. Im Mind-Park haben wir das Glück, mit der Bahnstrecke Lapovo-Kragujevac verbunden zu werden. Bis Ende 2019 erwarten wir die Erteilung der Baugenehmigung, sodass der Bau schon im nächsten Jahr beginnen könnte. Die Verbindung mit der Strecke soll, Erwartungen zufolge, 2021 hergestellt werden. Wir haben derzeit Probleme mit logistik und Transport, insbesondere, wenn es um Teile mit nicht standardmäßigen Abmessungen geht. Daher wird diese Eisenbahnverbindung uns viel bedeuten - so Darko Djoric.


Der Moderator der Podiumdiskussion Aleksandar Samoning wies auch auf die Bedeutung des Flussverkehrs für den Verkehr hin. Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass dies eine gute Lösung ist, jedoch nicht das ganze Jahr über.

- Die Situation ist so, dass zu bestimmten Jahreszeiten die Flüsse nicht befahrbar sind und alles vom Wasserstand, den Jahreszeiten und den Wetterbedingungen abhängt. Infolgedessen können Sie nicht in allen 12 Monaten des Jahres einen nachhaltigen Verkehr haben - so Nikola Djogatovic.

Während der Podiumdiskussion wurde auch auf die Bedeutung der Freizonen in Serbien hingewiesen. Derzeit gibt es 14 aktive Freizonen in Serbien. Besprochen wurde auch die Frage, ob sich Anleger mehr lohnt, Brownfield- oder Greenfield-Investitionen.

- Es hängt alles vom Investor ab, aber wir raten immer, das Gebäude von Grund auf neu zu bauen. Es kommt vor, dass Kunden nach einer Rekonstruktion der bereits bestehenden Anlage suchen und am Ende feststellen, dass sie viel mehr Geld und Investitionen benötigen, als eine brandneue Anlage zu bauen. Deshalb ist es notwendig, alle Entscheidungen mit Bedacht zu planen und zu treffen. Zuallererst sollte auf Qualität geachtet werden, Gebäude müssen hohe Baunormen erfüllen, und daher entscheiden sich Investoren zu Beginn für Greenfield-Investitione - sagte Vlatko Djuricek.

Am Ende wurde bekräftigt, dass alle Unternehmen, die mit Industrie und Logistik zu tun haben, in Serbien eine glänzende Zukunft haben. Es gibt immer mehr Investoren, die Chancen für weiteres Wachstum und Entwicklung stehen gut und nur in Belgrad und Umgebung stehen rund eine Million Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Das große Potenzial Serbiens zeugt auch davon, dass ausländische Investoren von der Geschäftstätigkeit in unserem Land überwiegend positiv überrascht sind, einigten sich Teilnehmer der Podiumdiskussion "Entwicklung von Logistik und Industrie" am Ende.

D. Obradović
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